Das erste Reformhaus in Südtirol

Mit Mut, Weitblick und großem Interesse für die Reformhaus-Bewegung gründete Walter Egger 1978 in Bruneck das erste Reformhaus in Südtirol. Das kleine „Ladele“ in der Brunecker Oberstadt entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem modernen Fachgeschäft für eine gesunde, bewusste Lebensweise.

Ein kleines „Ladele“ 1978 in Bruneck

Im Juni 1978 eröffnete Walter Egger ein kleines "Ladele" in der Brunecker Oberstadt. Für ihn, der als Kind schon in der elterlichen Apotheke mitgeholfen hat und als junger Mann bereits viel über Kräuter wusste, war es naheliegend, eine Erboristeria – zu Deutsch Kräuterladen – aufzumachen. Das erste Sortiment war überschaubar und umfasste neben Kräutern auch Tee (Schwarz- und Grüntee), Naturkosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, Körner sowie ein bescheidenes Angebot an Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. Reform Egger Walter gehörte Ende der 70er Jahre zu einem kleinen Kern von Erboristerie in Italien und gilt als das erste Reformhaus in Südtirol.

Ein Schwarzweiß-Foto des ersten Ladens am Oberragen
Linkes Schaufenster des ersten Ladens in der Oberstadt
Rechtes Schaufenster des ersten Ladens in der Oberstadt

,,Für mich ist Reform vor allem Naturkosmetik und Phytotherapie – Pflanzenheilkunde.“

Walter Egger
Nahaufnahme des linken Schaufensters vom ersten Laden in der Oberstadt
Nahaufnahme des rechten Schaufensters vom ersten Laden in der Oberstadt
Das Schaufenster des Ladens in der Oberstadt, ein Regal mit Reinigungsmitteln im Hintergrund.

Wachsende Nachfrage in den 1980er Jahren

Nicht nur das Angebot war limitiert, auch die Nachfrage hielt sich anfangs in Grenzen. Das änderte sich rasch, als in den 80er Jahren die Menschen mehr und mehr für Umwelt- und Gesundheitsthemen sensibilisiert wurden. Allergien wie Heuschnupfen und Unverträglichkeiten waren stark im Kommen, Spritzmittel in der Landwirtschaft wurden thematisiert. Das hatte zur Folge, dass immer öfter Kundschaft zu Walter Egger ins Geschäft kam und sich von ihm beraten ließ. Mit der größeren Nachfrage verbesserten sich auch die Angebote. Eine kleine Nische mit einer Handvoll Herstellern aus Deutschland, der Schweiz und Italien hat plötzlich angezogen.

„Und dann haben die Leute angefangen, über Ernährung nachzudenken.“


Walter Egger

Als das "Ladele" zu klein wurde, kaufte Walter Egger dem angrenzenden Lebensmittelgeschäft Kammerer die Lizenz ab und vergrößerte sich. In dieser Zeit beschäftigte er auch die ersten Angestellen und Lehrmädchen. Von Anfang an enthielt das Warenangebot Produkte von Weleda, Rapunzel, Alsitan, granoVita, Bio-Strath, Fior di Loto, Lima oder Dr. Hauschka. Für einige dieser Firmen hatte Walter Egger zudem die Vertretung für Italien inne, so auch für die Firma Dr. Grandel aus Augsburg. Der Chemiker und Ernährungswissenschaftler Grandel stammte von einer Mühle, ließ das Weißmehl links liegen und entwickelte stattdessen ein Fermentierungsverfahren, das den wertvollen Weizenkeim haltbar machte. Besonders das Aufbaumittel Molat auf der Basis von Weizenkeim, Dattel und Magermilch hat Walter Egger immer fasziniert.

Ein Ausschnitt aus dem Schaufenster des ersten Ladens in der Oberstadt.

„Dr. Grandel war meine Lieblingsfirma.“

Walter Egger
Alte Fläschchen
Schaufenster des neuen Standorts am Graben

Neuer Standort am Graben im Jahr 1998

1998 zog Reform Egger Walter in das Gebäude des Hotels Goldene Rose um. Mit im Gepäck war zu diesem Zeitpunkt bereits ein fundiertes Wissen über Naturkosmetik, gesunde Ernährung und Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), das sich das Reformhaus-Team im Laufe der Jahre angeeignet hatte. Walter Egger selbst besuchte immer wieder Fortbildungen, schaute sich Betriebe im In- und Ausland an und beschäftigte sich intensiv mit einzelnen Produkten. Er stand in regem Austausch mit anderen Erboristerie und half mit, weitere Reformhäuser in Südtirol aufzubauen. So ist er über die Jahrzehnte fest in die Welt der Heilpflanzen, Nahrungsergänzungsmittel, Naturkosmetik und Bio-Lebensmittel hineingewachsen. 

Schaufenster im Durchgang des zweiten Standorts
Schaufenster des zweiten Standorts, zum Graben hin

„Die Pflanze muss als Ganzes gesehen werden, nicht nur der Wirkstoff.“

Walter Egger
Foto des modernen Geschäftslokals, InnenraumSara Carbonari und Josef Egger im neuen Laden am Graben

Modernes Geschäftslokal seit 2017

Im Jahr 2017 zog das Reformhaus schließlich wenige hundert Meter weiter in das heutige moderne Geschäftslokal. Reform Egger Walter prägte den Reformhaus-Gedanken im Land von Anfang an entscheidend mit und ist heute mehr denn je eine wichtige Anlaufstelle für Bio, Naturkost und ganzheitliche Gesundheit in Bruneck. 

Außenaufnahme des jetziges Geschäfts